Beständigkeit ist die wichtigste Renditequelle.
Wer Geld anlegen möchte, sucht oft nach dem richtigen Einstiegszeitpunkt. Dabei liegt der grösste Hebel nicht im perfekten Einstieg, sondern am Festhalten an der durchdachten Strategie. Eine gute Strategie schützt Anlegerinnen und Anleger vor dem gefährlichsten Moment: jenem, in dem sie glauben, jetzt unbedingt handeln zu müssen.
Autor: Marco Graf Foto: Stefan Huwiler/imageBROKER
Der beste Einstiegszeitpunkt am Aktienmarkt war immer gestern. Der zweitbeste ist oft heute. Das klingt wie ein Kalenderspruch. Doch der perfekte Einstieg wird überschätzt. Viel wichtiger ist die Fähigkeit, investiert zu bleiben. Genau hier liegt die Herausforderung. Der bekannte Börsenspruch «Time in the market beats timing the market» nimmt genau dieses Thema auf. Der Anlagezeitraum zählt mehr als der reine Einstiegszeitpunkt. Das ist keine Einladung dazu, blind zu investieren. Es ist eine Erinnerung daran, dass Rendite vor allem Zeit braucht. Denn Aktienmärkte schwanken. Mal leicht, manchmal stark. Wer bei jedem Rückschlag zweifelt, macht aus normalen Kursschwankungen schnell echte Verluste.
Erfolgreiche Anlegerinnen und Anleger sind deshalb so gut, weil sie die Geduld besitzen, auch in schlechten Phasen durchzuhalten, wie die beiden Grafiken auf der nächsten Seite zeigen. Langfristige Investitionen erzielen auch deshalb oft bessere Ergebnisse, weil die besten und schlechtesten Tage an der Börse oft nebeneinander liegen. Strategien, welche versuchen, den Markt zu timen und den besten Zeitpunkt für Käufe und Verkäufe zu erwischen, münden tendenziell häufiger in Fehlentscheidungen und schlechteren Ergebnissen. Zudem entscheiden an der Börse wenige Tage über den Grossteil der Rendite. Wer versucht, den perfekten Zeitpunkt zu treffen, riskiert, die entscheidenden Tage zu verpassen.
«Eine Strategie sollte man ändern, wenn sich das Ziel ändert – nicht, wenn sich Börsenkurse ändern.»
Finanzmärkte belohnen Geduld und nicht das perfekte Timing (am Beispiel des S&P 500 Index).



Damit es gelingt, investiert zu bleiben, braucht es eine klar definierte Strategie und Kriterien für den Kauf und den Verkauf von Anlagen, die helfen, irrationale Entscheidungen zu verhindern. Im Anlagekontext nennt sich das Anlagestrategie. Die Anlagestrategie hängt von Kriterien wie Anlageziel, Anlagezeithorizont und Risikofähigkeit ab. Und wie mit allen Strategien bleibt man nur dabei, wenn die Strategie zur Person passt. Eine zu hohe Aktienquote sieht bei steigenden Aktienkursen klug aus, wird im Crash aber zum Problem. Wer nachts nicht mehr schläft, hat nicht zu wenig Mut, sondern wahrscheinlich zu viel Risiko im Portfolio.
Strategietreue als Erfolgsprinzip
Und an dieser Strategie gilt es so lange festzuhalten, bis das Anlageziel erreicht ist. Je länger dies der Fall ist, desto besser sollte die Rendite sein. Dieser Durchhaltewille ist jedoch gar nicht so einfach durchzusetzen, besonders wenn der Herdentrieb einsetzt. Emotionen wie Angst, Gier, Hoffnung und Panik können Anleger zu irrationalen Handlungen verleiten. Es besteht die Gefahr, bei einer Markterholung Gewinne zu verpassen – viele Anlegerinnen und Anleger zögern zu lange oder steigen erst spät wieder ein. Nach Fehlentscheidungen fehlt ausserdem oft die nötige Ruhe, was zu übervorsichtigem Verhalten oder riskanten Investitionen führen kann.
Dass es sich lohnt, an seiner Strategie festzuhalten, zeigt auch der Star-Investor Warren Buffet. Das Investmentprinzip des US-Investors beruht auf Qualität statt Quantität. Gekauft werden Anteile an einem grossartigen Unternehmen mit höchst integrem und fähigem Management zu einem attraktiven Preis. Dann werden diese Anteile für immer behalten. Das Timing ist dabei zweitrangig, denn Langfristigkeit zahlt sich aus. Der ideale Anlagehorizont ist dabei so lange, dass mehrere Marktzyklen durchlaufen werden können.
Fazit
Der beste Einstiegszeitpunkt am Aktienmarkt lässt sich erst im Rückblick erkennen. Für Anlegerinnen und Anleger ist deshalb weniger entscheidend, den perfekten Moment zu erwischen, als eine passende Strategie zu wählen und ihr treu zu bleiben. Die Strategie wird nur dann angepasst, wenn sich die Lebensumstände ändern: neues Einkommen, Pensionierung, Hauskauf, Erbschaft, Scheidung, andere Risikofähigkeit. Wer investiert bleibt, profitiert von der langfristigen Ertragskraft der Märkte und vermeidet das Risiko, ausgerechnet die wenigen besonders guten Börsentage zu verpassen.
Das heisst nicht, dass Anleger blind kaufen sollten. Anlageziel, Zeithorizont und Risikofähigkeit müssen zur gewählten Aktienquote passen. Eine Strategie, die nur in guten Marktphasen überzeugt, ist keine tragfähige Strategie. Entscheidend ist, dass sie auch in Korrekturphasen durchgehalten werden kann.
Der Börsenspruch «Time in the market beats timing the market» bleibt daher mehr als eine Floskel. Er beschreibt eine der wichtigsten Regeln des Investierens: Rendite entsteht nicht durch ständige Aktivität, sondern durch Geduld, Disziplin und Zeit. Wer diese drei Voraussetzungen erfüllt, muss den perfekten Einstiegszeitpunkt nicht kennen.
Ganzheitlich planen, nachhaltig profitieren:
Vermögen optimieren mit stabilen Erträgen.

Hugo Blumenthal, Leiter Financial & Investment Advisory
Eine überzeugende Vermögensstruktur ist abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse und Ziele. Entscheidend ist es, mit der Vermögensstrukturierung die richtige Balance zwischen Sicherheit, Liquidität und Rendite zu finden. Ein wichtiger Baustein innerhalb der Vermögensplanung sind regelmässige Erträge.
Vermögen aufzubauen, ist das eine, es nachhaltig zu strukturieren, das andere. Spätestens mit Blick auf die Zeit nach der Pensionierung verschiebt sich der Fokus: Aus dem Aufbau wird der Vermögenserhalt, aus Renditefragen werden zunehmend Fragen der Stabilität und der Planbarkeit. Denn mit dem Wegfall des Erwerbseinkommens entsteht eine neue Ausgangslage: Laufende Ausgaben bleiben bestehen, während die Einnahmeseite neu organisiert werden muss.
Bei der Graubündner Kantonalbank stehen bei der Vermögensstrukturierung drei Bausteine im Fokus: Liquidität, Ertrag und Strategie. Während in einem ersten Analyseschritt der Fokus auf Sicherheit und Stabilität (Liquidität) gelegt wird, stehen in einem nächsten Schritt regelmässige Ausschüttungen (Ertrag) im Mittelpunkt. Und zu guter Letzt wird der Fokus auf den langfristigen Vermögensaufbau gerichtet. Im Weiteren richten wir unser Augenmerk auf die Erzielung regelmässiger Erträge – das sogenannte passive Einkommen.
Denn: Passives Einkommen schafft finanzielle Planbarkeit. Insbesondere mit dem Übertritt in den Ruhestand gewinnt die Ertragsgenerierung als Ergänzung des laufenden Einkommens an Bedeutung. Mit einem wiederkehrenden Ertrag kann ein wichtiger Beitrag geleistet werden, um die entstehende Einkommenslücke abzufedern. Doch Liquidität und festverzinsliche Anlagen werfen in einem Anlageumfeld mit tiefen Zinsen, wie wir es in der Schweiz seit Jahren antreffen, kaum Erträge ab. Wie also den Einkommensstrom optimieren?
Einerseits bieten Immobilien eine gute Möglichkeit, um von regelmässigen Renditen zu profitieren. Ferner liefern auch Beteiligungspapiere von dividendenstarken Unternehmen regelmässige Ausschüttungen. Wichtig ist, die Diversifikation im Auge zu behalten. Dies gelingt mit breit angelegten, ausschüttenden Anlagefonds oder aber mit einem auf Ausschüttungen fokussierten Vermögensverwaltungsmandat.
Wichtig ist es, die Ertragskomponente auf die individuellen Ziele auszurichten und eine sorgfältige Auswahl der Instrumente zur Umsetzung sicherzustellen. Denn es geht nicht in erster Linie um die maximale Ausschüttung, sondern um das Zusammenspiel von Ertrag, Qualität und Beständigkeit.
GKB Ausschüttungs-Mandat
Vermögensverwaltung mit regelmässigen Ausschüttungen.
Anlegerinnen und Anleger profitieren von stabilen und regelmässigen Erträgen – durch überwiegend ausschüttende Anlageinstrumente, welche im Mandat zum Einsatz kommen.
Das Portfolio setzt sich aus aktiv verwalteten, hochwertigen Schweizer Dividendentiteln zusammen, ergänzt durch eine Optionsstrategie. Auf diese Weise entsteht ein attraktives, steueroptimiertes Ausschüttungspotenzial.
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